Home
Die Tour
Route
Etappen
Köln-Istanbul
Istanbul-Isfahan
Isfahan - Maskat
Maskat - Schwarzmeer
Schwarzmeer- Tallinn
Tallinn - Torshavn
ISLAND
Tipps u. Ausrüstung
Über uns
Gästebuch
Cologne-Shanghai
AbenteuerNordamerika
Kontakt & Impressum
Live-Multivisionen


Anzahl der Besucher
Vielen Dank!!!

 

Schwarzmeer - Tallinn

 

Türkei, Brücke, Bosporus,

Fahrt über die Bosporus-Brücke von Asien nach Europa

 

"Schön Willkommen In Bulgarien"

 

Wie schön ein grüner Wald doch sein kann! Nach all den Kilometern durch Sand, karge Vegetation und rekordverdächtige Temperaturen ist es eine Wohltat, das Zelt inmitten eines dichten Eichenwaldes aufzubauen und den unterschiedlichsten Tierstimmen zu lauschen. Wenn dann noch ein angenehmer Wind durch die Baumwipfel streicht und man bei einem Lagerfeuer ein kaltes Bier trinken kann, dann könnte man meinen, an dem perfekten Ort zu sein.

Bulgarien ist ebenfalls ein feines Reiseland, doch mit Überschreiten der Grenze merkt man sogleich einen starken Gegensatz zu den hinter uns liegenden islamischen Ländern. Die Menschen sind nicht mehr so offen und hilfsbereit und man wird auch nicht mehr so freundlich begrüßt. Ganz besonders fällt das bei den Kindern auf. War es in der Türkei noch so, dass die Kinder freudestrahlend und begeistert auf die Straßen sprangen um uns zuzuwinken und "Hello, hello" zu rufen, so haben die Kinder hier Spielzeugwaffen in der Hand und schießen einen imaginär aus dem Sattel oder aber sie halten die Hände zum Betteln auf.

 Nach der türkischen Schwarzmeerküste stehen nun noch ein paar Kilometer an der bulgarischen und Rumänischen Küste an, bevor wir uns wieder ins Landesinnere bewegen.

Bulgarien, Zeltplatz, Schwarzmeer, Tenere, XTZ 750,

Zeltplatzsuche in Bulgarien

 

 

 

 Endlich stimmt die Bierversorgung wieder! (Die gängige 2-Liter-Kanone kostet umgerechnet nur einen Euro...)

 

 

Die wird ja nie leer... GEIIIIL !!!! (hier in der seltenen 2,5 Liter-Ausführung)

 Blick aus meinem Zelt

 Brücke, Donau, Rumänien, Bulgarien, Tenere, XTZ 750, Motorrad, Motorradreise

 Fahrt über die Donau nach Rumänien

  

 

 

 Rumänien

 

Zugegeben, ich hatte gewisse Vorurteile in Sachen Rumänien und auch die ersten Kilometer im Land (von Süden kommend) ließen mich hoffen, es schnell hinter mich zu bringen. Das hat sich komplett geändert! Ich will Euch mit meiner Euphorie ja nicht wieder auf den Sack gehen, aber Rumänien ist toll und kann sich mittlerweile locker in die Reihe der bisherigen Lieblingsländer einreihen. Die Karpaten und ganz speziell Siebenbürgen und Transsilvanien, wo es noch verträumte Dörfer gibt, die aus einer längst vergessenen Zeit zu stammen scheinen, gehören in meinen Augen zu den Highlights in Europa. Nicht umsonst war die Stadt Sibiu (Hermannstadt) im Jahre 2007 Kulturhauptstadt Europas.

 

Schäfer in Transsilvanien

 

 

Rumänien, Romania, Dracula, Graf, Vlad Teoes, Transsylvanien,  Tenere, XTZ 750, Motorrad, Motorradreise

 "Dracula-Schloss" in Bran

 

Friedhof in Transsilvanien

Neben den unglaublichen Zufällen und Begegnungen, die diese Reise wieder begleiten, ist auch folgender unbedingt erwähnenswert: Als wir durch die Stadt Brasow fahren, habe ich plötzlich das Gefühl, bei einem ganz bestimmten Reifenhändler zu stoppen. Irgendwie bin ich einer inneren Stimme gefolgt - ganz seltsam! Da unsere Reifen dringend erneuert werden müssen und dies in der Ukraine oder Weißrussland sicherlich schwierig wird, dachte ich ausgerechnet dieser Händler sei der beste Ort. Nun jedenfalls stellt sich heraus, das er zwar keine entsprechende Ware  auf Lager hatte, dafür aber einen Freund in der Stadt anrief, der uns sicherlich helfen könne. Besagter Freund sei, nebenbei erwähnt, ein ziemliches Idol in der Stadt. Als wir bei der Firma Vectra-Service ankamen, einer riesigen Spedition, und nach dem Inhaber Tinu fragten, wurden wir bereits erwartet. Ich muss sagen, dass ich nicht schlecht gestaunt habe, als ich auf den Hof fuhr und eine riesige Flotte von Fahrzeugen der Rallye Paris-Dakar sah. Denn Tinu und sein Bruder Marcel Butuza sind beides sehr bekannte Rallyefahrer, die als Hobby eines der größten Paris-Dakar-Teams (Vectra Racing) unterhalten. Was soll ich sagen, nachdem wir einen Exklusivrundgang mit den beiden in Deutschland groß gewordenen Pfundskerlen durch die heiligen Hallen gemacht haben, bekam ich noch neue Reifen geschenkt und Carsten sein Vergaser vom Teammechaniker optimal eingestellt. Glück muss man haben...

 

 

Motorräder der letzten Ralley Dakar

Ein weiterer großartiger Helfer

Die Bilder vom Dracula-Schloss werden übrigens nachgereicht, ich habe nämlich mein Kabel zum Überspielen verbummelt. Übrigens habe ich in Bran, wo das berühmte Schloss steht, einen Totengräber kennengelernt, als ich auf dem schaurig schönen Friedhof Fotos schoss (er, wie viele andere in dieser Region, sprach gutes Deutsch). Auf meine humorvoll gemeinte Frage, ob denn die Toten durch Bisse gestorben seien, reagierte er auf erstaunliche Weise. Er bat mich mitzukommen, hob die Steinplatte einer Gruft zur Seite und legte nicht allzu alte menschliche Überreste frei. Was soll ich sagen, Bisswunden habe ich, an dem was noch übrig war, keine entdecken können...

 

Ukraine

 

 Hölle! Was ist uns widerfahren! Aber eins nach dem anderen. Wir haben uns getrennt. Keine Angst, es handelt sich nur um eine Trennung auf Zeit. Um genau zu sein drei Tage. Was ist passiert? Nun ja, wie soll ich sagen. Carsten ist leider die Einreise in die Ukraine verweigert worden, da er seinen Fahrzeugschein in Deutschland vergessen hat… Bislang sind wir ja prima mit der internationalen Version und dem Carnet de Passage (internationales und sauteures Zolldokument) zurecht gekommen. Wer die Bürokratieliebe in östlichen Ländern kennt, der weiß jedoch, dass dort nicht “mal eben” ein Auge zugedrückt wird. Also hieß es “you go !you no!“… Da ich aber unbedingt eine Adresse von der letzten Reise in der Ukraine ansteuern wollte, haben wir schweren Herzens den Kompromiss getroffen, dass wir uns kurzfristig trennen, um uns dann wieder in Litauen oder Polen zu treffen. In der Zwischenzeit muss Carsten versuchen, dass das Dokument irgendwie auf die Reise nach Estland gebracht wird, damit wir zusammen nach Russland einreisen können. An welche Adresse auch immer.

 

 

Das ist aber noch nicht alles! Es kommt noch viel besser! Als ich die erste Nacht in der Ukraine wild gecampt habe, wurde unbemerkt mein super Helm und die nagelneuen Reifen geklaut, obwohl ich diese ans Motorrad gekettet hatte. Ein absoluter Albtraum, sag ich Euch. Ich habe mich schon immer mit Schrecken gefragt, wie es wohl ist, wenn einem unterwegs der Helm abhanden kommt. Nun ist der Fall eingetreten und ich sag Euch, mir war nicht nach Lachen zumute, als ich morgens aus dem Zelt gekraucht kam und ohnmächtig feststellen musste, dass besagte Dinge fehlten. Das dies ausgerechnet auch noch in der Ukraine passieren musste, wo hinter jedem Busch die Ordnungshüter lauern, war nicht gerade beruhigend. Helmlos die Ukraine durchqueren, fragte ich mich selbst? Vergiss es!!!

Die frühmorgendliche Suche nach den Ganoven blieb leider ergebnislos, obwohl ich das halbe Dorf aus den Federn gescheucht habe um die (entschuldigt meine Wortwahl) verdammten, verfi… Arschlöcher einer gerechten Strafe zu unterziehen. Mann, war ich geladen! Aber es half ja alles nichts, irgendwie musste ich schließlich weiter kommen. Anfangs habe ich noch versucht, mir aus T-Shirts einen helmähnlichen Turban zu bauen. Es war schon ziemlich naiv zu glauben, mit diesem Konstrukt auf dem Kopf dem Auge des Gesetzes zu entgehen. Denn drei Kontrollen und etwa 100 Kilometer später hatte ich einfach keine Lust mehr, wieder und wieder meine herzzerreißende Geschichte zu erzählen und mich dabei derart zum Affen zu machen, dass die Polizisten ein vor Lachen tränendes Auge zudrückten (ich muss zugeben, dass ich absichtlich ziemlich bekloppt aussah). 

Alle Versuche an einen Helm zu gelangen scheiterten jedoch kläglich. Helmgeschäfte gibt es in der Ukraine vermutlich nicht und auch meine Bemühungen, Motorradfahrern (gibt nur sehr wenige) einen Helm abzukaufen oder um Hilfe zu fragen waren ohne Erfolg. Stattdessen nur böse Blicke oder schadenfrohes Gelächter. Ich war echt mit den Nerven am Ende! Nun ja, an einer Tankstelle kam ich unter mysteriösen Umständen in den Besitz eines neuen Helmes... Aufgrund  empörter Zuschriften bezüglich der ursprünglichen Berichterstattung gebe ich keine weiteren Einzelheiten bekannt... ;-)

 

Opfer eines Helmdiebstahls mit vorläufigem Provisorium

 (An die Arschgeigen, die mich beklaut haben: Macht zehn Vaterunser für Euer Glück, dass ich so gut geschlafen habe. Mann, hätte ich Euch den Arsch versohlt...) 

Mein neuer Helm

(An den Fahrer des roten Mofas in Nadvirna:  Danke für den Kopfschutz! Ich werde ihn in Ehren halten.

Ps: Du solltest Dir öfter den Kopp waschen. Das Ding stinkt erbärmlich…)

 

 

 Baltikum

 

Nach einer eher ernüchternden Durchquerung der Ukraine und einem kurzen Abstecher durch ein Wolken verhangenes Weißrussland haben Carsten und ich wieder zusammengefunden. Endlich! Dieses freudige Ereignis (wir haben uns richtig vermisst nach all den Tagen...) wurde nahe der litauischen Grenze in Polen mit viel kaltem Bier und Grillwürstchen am Lagerfeuer begossen. In den letzten Tagen haben wir dann das melancholisch schöne Baltikum durchquert und sind heute in Tallinn angekommen.

 Ein detaillierterer Bericht soll folgen, denn wir haben ein weiteres großes Problem um das wir uns kümmern müssen... Scheinbar arbeitet die "Problemfabrik" auf Hochtouren. So wie es momentan aussieht, werde ich wohl auch alleine nach Russland fahren müssen. Ein Gedanke, mit dem ich mich nicht anfreunden kann. Na ja, zumindest die Moppeds laufen....

 

Wiedervereinigung in Polen

 

Typische Landschaft im Baltikum

 

Gruta Park in Litauen - Eine Art Friedhof für ausrangierte Relikte aus der Sowjetzeit. Das Lenin einmal dort, wo Fuchs und Hase sich "Gute Nacht" sagen, landen wird, hat er zu Lebzeiten wohl auch nicht vermutet...

 

 

 Berg der Kreuze in Litauen - für mich der schrillste Ort im gesamten Baltikum

 

 

 Abermillionen von Kreuzen als Zeichen des Glaubens und des Widerstandes gegen alte Regime

 

 Menschenleerer Traumstrand an der Ostsee in Lettland

 

 

 Plattfuss zwischen Riga und Tallinn. Eine der eher "willkommenen" Komplikationen...

 

Von mir persönlich an "Puke": Vielen Dank für Deine unglaublichen Bemühungen! Du kannst gar nicht so viel Bier trinken, wie Dein Bruder Dir für all die Arschaufreißerei schuldet... Ein Hoch auf die Männer an der Heimatfront...

 

 

 Übernachtungen:

 

 

N53 52.386 E23 05.214 - Polen - Toller Platz in den Masuren

N56 15.813 E23 36.496 - Litauen - mäßiger Platz an einem Waldrand an einer stillgelegten Bahnstrecke

 N42 02.242 E27 39.238 - Bulgarien - genialer Platz in einem Eichenwald mit Feuerstelle und Dach falls es regnet